Philip Bartels


Regisseur, Theatermusiker, Komponist

Aktuell

Premieren:
20.02.2019 „The Ten Thousand Things“ von John Cage, Italian Academy, New York
03.03.2019 SCHNIPOSA 16 bis 22 Uhr, Salon im Kunstraum Walcheturm Zürich
15/16.03.2019 „Apartment House (music of cages)“ von John Cage, Komturei Tobel
27.09.2019 Sein oder Nichtsein von Nick Whitby nach dem gleichnamigen Film von Ernst Lubitsch (Regie: Barbara-David Brüesch, musikal. Leitung und Klavier: Philip Bartels)
20.02.2020 „24 Bilder pro Sekunde“ (AT) von Boris Nikitin, spartenübergreifende Performance (Regie: Boris Nikitin, Choreographie: Lee Méir, Musik: Kukuruz Quartett), Kaserne Basel
04.06.2020 „Neues Stück“ von Anna Papst, Musiktheater (Musik: Marcel Zaes, Regie Philip Bartels), sogar Theater Zürich

Texte/Tonträger:
Soziokulturelles Engagement — »die Zukunft der Musik«? Artikel in der Ausgabe 115 der Zeitschrift Positionen
CD: Julius Eastman — Piano Interpretations bei intakt records
Alles das kann ich mit Wahrheit sagen über Hanns Eisler und Barbara (Linernotes für die Doppel-CD von Rea Claudia Kost und Daniel Fueter)

Biographie   DE  EN

Philip Bartels, geboren 1978 in Berlin (Ost) und aufgewachsen an der polnischen Grenze auf der Insel Usedom, lebt seit 2002 in der Schweiz, wo er an der Hochschule für Musik und Theater Zürich sein Regiestudium bei Stephan Müller abschloss. Daneben studierte er Komposition für Bühne und Film bei André Bellmont. Nach dem Ende seines Studiums arbeitete er als Theater- und Musiktheater-Regisseur an den Stadttheatern Biel/Solothurn und St. Gallen, seine Inszenierungen als freier Regisseur waren in der Schweiz unter anderem im Zürcher Theater Rigiblick, dem Basler Gare du Nord, der Lokremise St.Gallen oder dem Südpol Luzern zu sehen. Viele seiner Arbeiten werden aber auch an ungewöhnlichen Orten gezeigt wie zum Beispiel das Open-Air-Musical „Mordnacht“ im Luzerner Stadthauspark, das Musiktheater „Dinge, die man hin und wieder systematisch tun sollte“ im Architekturforum Zürich oder die Kammeroperette „Docteur Miracle“ im Kino Alass Zofingen.

Einen Schwerpunkt bildet seit einigen Jahren die Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Musikensembles wie dem Ensemble für Neue Musik Zürich, mit dem er 2011 die Uraufführung von Daniel Fueters Oper „Forelle Stanley“ inszenierte oder dem Ensemble TaG für Neue Musik Winterthur, mit dem er im Theater am Gleis die experimentellen Musiktheaterproduktionen „more or less normal“ und „Elefanten im All“ realisierte. Neben seiner Tätigkeit als Regisseur komponiert und arrangiert Philip Bartels für verschiedenste Formationen und mit einer Vorliebe für aussergewöhnliche Besetzungen und Konstellationen – wie beispielsweise seine Komposition für verstärktes Clavichord, monophonen Synthesizer und Gitarren-Effektpedale oder sein Arrangement eines barocken Concerto Grosso für Piccolo, Tuba und Streicher. Beim Davos-Festival 2016 kam seine Bearbeitung der Weigl-Oper „Die Schweizer Familie“ zur Uraufführung, bei der er die Orchestermusik der Wiener Klassik für ein zehnköpfiges Kammermusikensemble mit zwei Schlagzeugerinnen und präpariertem Klavier umgedeutet hat. Der Film „Connie“ von Judith Kurmann mit seiner Filmmusik gewann auf dem Festival in Locarno 2009 den Prix Action Light und das Statistische Bundesamt vergab zwei Kompositionsaufträge für Vertonungen von historischen Dokumentarfilmen an ihn ().

2016 realisierte Philip Bartels als Regisseur und Arrangeur ein umfangreiches Musiktheater („Der schönste Tag“) mit Chor, Solisten und Schauspielern zwischen allen Stilen und Sparten in Zusammenarbeit mit dem Theater HORA mit Menschen mit und ohne kognitiver Beeinträchtigung, 2017 folgte die Zusammenarbeit „Lonely Hearts Radio“. 2019 wird in der Zürcher Gessnerallee bei „mutter - motor“ Regie führen - einem Musiktheaterstück in dessen Zentrum acht rollstuhlfahrende Menschen mit Muskeldystrophie stehen werden.

Daneben steht Philip Bartels selber auf der Bühne, zuletzt mit dem Kukuruz Quartett in einer Produktion von Ruedi Häusermann am Schau­spiel­haus Zürich („piano forte“) und leitet zusammen mit der Pianistin Simone Keller das Künstler-Kollektiv „ox&öl“, das Projekte im experimentellen Musik­theater­bereich und partizipative Vermittlungs­angebote für und mit Kindern mit Migrations­hintergrund organisiert und durchführt. In den letzten Jahren hat „ox&öl“ beispielsweise eine generationen­über­greifende Musik­werkstatt für Kinder und Seniorinnen und Senioren in der Zürcher Tonhalle, im Grossen Saal des KKL Luzern und im Pfauen des Zürcher Schau­spiel­hauses lanciert („Piccolo Concerto Grosso“), ein Sprech­musik­theater mit konkreter Poesie für Kinder und Erwerbslose, einen Kompositions­kurs mit einer Integrations­klasse und verschiedene Workshops in Zusammen­arbeit mit Pro Juventute organisiert und produziert. Ausserdem entstanden eine interaktive Aufnahme-Installation im Zürcher Radio­studio in Zusammenarbeit mit Ruedi Häusermann und die inter­disziplinären Musiktheater-Projekte „Dinge, die man hin und wieder systematisch tun sollte“ und „Ich denke oft an die Menge Rind­fleisch, die notwendig ist, um aus dem Genfersee eine Fleisch­brühe zu machen“ gemeinsam mit dem Medien­künstler Marcel Zaes, die 2015 und 2016 beide im Zürcher Architektur­forum gezeigt wurden.

Als Mitglied des Kukuruz Quartett ist Philip Bartels u.a. auf der CD „piano interpretations“ mit Musik von Julius Eastman zu hören, die 2018 bei intakt records erschienen ist und die weltweit und spartenübergreifend Aufmerksamkeit erregt hat und u.a. bei Boston Globe, New York City Jazz Records und Chicago Reader unter den „albums of the year 2018“ zu finden ist.

Simone Keller und Philip Bartels wurden 2017 mit dem Anerkennungs­preis der Fachstelle für Kultur des Kantons Zürich im Bereich der kulturellen Teil­habe ausge­zeichnet und - ebenfalls 2017 - aufgrund der „richtungs­weisenden Vermittlungs­arbeit“ für den „Junge Ohren Preis“ in Frankfurt am Main nominiert.

Philip Bartels lebt in Zürich. Er gibt sein Wissen weiter, u.a. als Gastdozent an der Hochschule für Musik Detmold und im Rahmen eines Lehrauftrags an der Musikhochschule Lübeck.


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