Philip Bartels


Regisseur, Theatermusiker, Komponist

Aktuell

Premieren:
20.02.2020 „24 Bilder pro Sekunde“ spartenübergreifende Performance von Boris Nikitin (Choreographie: Lee Méir, Musik: Kukuruz Quartett), Kaserne Basel, Gessnerallee Zürich, Wiener Festwochen
04.06.2020 „Extensions“ Musiktheater (Musik: Marcel Zaes, Text: Anna Papst, Regie: Philip Bartels), sogar Theater, Zürich aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt
01 — 04.09.2020 „Breaking Boundaries“ (Festival im Schiffbau, szenische Einstudierung „Sideshow“ von Steven Takasugi am 02.10.)
29.01.2021 „DA DA DA ...“ Erinnerungskonzert von Anna Papst (Konzert Theater Bern) aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt
04.03.2021 „Eight New Songs for a Mad Kingdom“ von Jessie Marino (sogar Theater Zürich)
17.09.2021 „Steinschlag — hören wie die Zeit vergeht“ von Daniel Fueter (Theater Ariane Winterthur / Theater Ticino Wädenswil)

Aufführungen
21/22/23.02.2020 „24 Bilder pro Sekunde“, Kaserne Basel
18/19.03.2020 „24 Bilder pro Sekunde“, Gessnerallee Zürich aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt
07/10/11.06.2020 „Extensions“, sogar Theater Zürich aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt
19/20/21.06.2020 „24 Bilder pro Sekunde“, Wiener Festwochen aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt
07/08/09.09.2020 „24 Bilder pro Sekunde“, Wiener Festwochen
04/18/21/25.02. & 03/05/06.03. 2021 „DA DA DA ...“ Erinnerungskonzert von Anna Papst (Konzert Theater Bern) aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt
07/10/11.03.2021 „Eight New Songs for a Mad Kingdom“ von Jessie Marino (sogar Theater Zürich)

Texte/Tonträger:
„Sichtbare Musik“ — Artikel über das Transkribieren von Notenhandschiften. In „Einsichten“ 8/2020
Herausgeberschaft und Vorwort für „’s fehlt no es Lied“ von Daniel Fueter (erschienen bei Rüffer&Rub)
Soziokulturelles Engagement — „die Zukunft der Musik“? Artikel in der Ausgabe 115 der Zeitschrift Positionen
CD: Julius Eastman — Piano Interpretations bei intakt records
Alles das kann ich mit Wahrheit sagen über Hanns Eisler und Barbara (Linernotes für die Doppel-CD von Rea Claudia Kost und Daniel Fueter)
„Vogelzeigen“ — über den Doppeladler beim WM-Torjubel, eine Entgegnung zu Etrit Haslers Artikel in der WOZ

Konzerte:
02.12.2019 Musik für vier Klaviere von Julius Eastman mit dem Kukuruz Quartett in der Kanti Küsnacht (12:30)
07.01.2020 Musik von Lara Stanić (Werkjahr-Konzert) vierhändig mit Simone Keller und Performance „4 Laptops“ mit dem Kukuruz Quartett im Theater Rigiblick
25.01.2020 Musik für vier Klaviere von Julius Eastman mit dem Kukuruz Quartett in der Nagli Winterthur (20:00)

Biographie   DE  EN

Philip Bartels, geboren 1978 in Berlin (Ost) und aufgewachsen an der polnischen Grenze auf der Insel Usedom, lebt seit 2002 in der Schweiz, wo er an der Hochschule für Musik und Theater Zürich sein Regie­studium bei Stephan Müller abschloss. Daneben studierte er Komposition für Bühne und Film und Chor­leitung im Neben­fach. Nach dem Ende seines Studiums arbeitete er als Theater- und Musiktheater-Regisseur an den Stadt­theatern Biel/Solothurn und St.­Gallen, seine Inszenierungen als freier Regisseur waren in der Schweiz unter anderem in der Basler Gare du Nord, dem Südpol Luzern oder der Lok­remise in St. Gallen zu sehen.

Philip Bartels leitet seit 2014 zusammen mit der Pianistin Simone Keller das Künstler-Kollektiv ox&öl, das Projekte im experimentellen Musik­theater­bereich konzipiert, bei denen Inklusion und Diversität selbst­verständlicher Bestandteil der künstlerischen Praxis sind. In den letzten Jahren hat ox&öl beispielsweise mehrfach mit den Schauspielerinnen und Schauspielern mit kognitiven Beeinträchtigungen des Theater HORA zusammen­ge­arbeitet, hat mit Kindern, Seniorinnen und Senioren, mit Geflüchteten, mit Erwerbs­losen und jugendlichen Straf­tätern partizipative Projekte entwickelt, die unter anderem in der Zürcher Tonhalle, im Grossen Saal des KKL Luzern und im Pfauen des Zürcher Schauspielhauses gezeigt wurden und auf nationaler und internationaler Ebene ausgezeichnet wurden.
ox&öl ist aktuell für zwei Jahre die Hausgruppe am Zürcher sogar-Theater, wo momentan zwei neue Produktionen mit gehör­losen Menschen erarbeitet werden. Ausserdem hat ox&öl gemeinsam mit dem Regisseur Ruedi Häusermann das Kukuruz Quartett für vier Klaviere gegründet und am Zürcher Schau­spiel­haus das Musik­theater­stück „piano forte“ erarbeitet. Das Kukuruz Quartett pflegt ein ausser­ge­wöhnliches Klavier-Repertoire wie beispiels­weise die äusserst radikalen Stücke von Julius Eastman, mit denen das Quartett bei der Documenta 14 zu hören war und anschliessend bei Intakt Records eine Einspielung veröffentlicht hat, die von Boston Globe, New York City Jazz Records und Chicago Reader ausgezeichnet wurde.
2020 trat das Kukuruz Quartett in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Boris Nikitin in einer sparten­über­greifenden Tanz-Produktion unter anderem bei den Wiener Fest­wochen auf.

Philip Bartels’ Regie­arbeiten entstehen häufig in Kollaboration mit zeit­ge­nössischen Musik­ensembles wie dem Ensemble für Neue Musik Zürich, mit dem er 2011 die Ur­aufführung von Daniel Fueters Oper „Forelle Stanley“ inszenierte, dem Ensemble TaG für Neue Musik Winterthur, mit dem er im Theater am Gleis die experimentellen Musik­theater­produktionen „more or less normal“ und „Elefanten im All“ realisierte oder dem Ensemble TZARA Zürich, für das er 2020 die szenische Ein­richtung von Steven Takasugis „Sideshow“ betreute. Ausserdem übernahm er 2020 die szenische Leitung des Festivals „Breaking Boundaries“ im Zürcher Schiffbau.

Neben seiner Tätigkeit als Regisseur komponiert und arrangiert Philip Bartels für verschiedenste Formationen mit einer Vorliebe für ausser­gewöhnliche Besetzungen und Konstellationen – wie beispiels­weise seine Komposition für verstärktes Clavichord, monophonen Synthesizer und Gitarren-Effektpedale oder sein Arrangement eines barocken Concerto Grosso für Piccolo, Tuba und Streicher. Beim Davos-Festival 2016 kam seine Bearbeitung der Weigl-Oper „Die Schweizer Familie“ zur Uraufführung, bei der er die Orchestermusik der Wiener Klassik für ein zehnköpfiges Kammer­musik­ensemble mit zwei Schlag­zeugerinnen und präpariertem Klavier umge­deutet hat.
Der Film „Connie“ von Judith Kurmann mit seiner Film­musik gewann auf dem Festival in Locarno 2009 den Prix Action Light und das Statistische Bundesamt vergab zwei Kompositions­aufträge für Ver­tonungen von historischen Dokumentar­filmen () an ihn.

Daneben steht Philip Bartels selber auf der Bühne, zuletzt als Pianist und musikalischer Leiter am Stadt­theater St. Gallen („Sein oder Nichtsein“, Regie: Barbara-David Brüesch).
Philip Bartels lebt in Zürich und ist unter anderem als Gastdozent an der Hochschule der Künste Bern, an der Hochschule für Musik Detmold und an der Musikhochschule Lübeck tätig.


Philip Bartels